Richard Strauss' Opernschaffen steht seit jeher - neben Puccini, Verdi und Wagner - im Zentrum der Spielplangestaltung der Deutschen Oper Berlin. So widmet sich das größte Opernhaus Berlins auch in der Saison 2009|2010 dem Werk von Strauss, diesmal allerdings mit einem Schwerpunkt auf dessen Zusammenarbeit mit Hugo von Hofmannsthal: Auf dem Spielplan stehen neben dem "Klassiker" DER ROSENKAVALIER das selten gespielte Spätwerk ARABELLA sowie - als szenische Eröffnungspremiere der Saison - DIE FRAU OHNE SCHATTEN in der Neuinszenierung von Intendantin Kirsten Harms.
DIE FRAU OHNE SCHATTEN
Dirigent Ulf Schirmer / Axel Kober | Regie Kirsten Harms
Mit u. a. Robert Brubaker, Manuela Uhl, Doris Soffel/Jane Henschel, Johan Reuter, Eva Johansson
Während des Ersten Weltkrieges entsteht ein märchenhaftes und überbordend schwelgerisches Werk, das auf den oberflächlichen Blick wie Oper gewordener Eskapismus anmutet. Ging das Autorenduo Strauss/Hofmannsthal mit Scheuklappen durch die Welt oder ignorieren sie zynisch, was um sie herum geschah? Wie sonst könnte es zu erklären sein, dass sie gemeinsam ein Märchen über die Gebärunfähigkeit einer Mensch gewordenen Tochter des Königs des Geisterreichs und der Gebärunwilligkeit einer Frau aus den unteren Schichten verfassen - ein Märchen mit der Moral, dass Kindersegen jede menschliche Verhärtung aufzuweichen vermöge?
Vor dem Hintergrund der Entstehungszeit mitten im großen Menschheitsgemetzel etwa der Schlachtfelder von Ypern oder Verdun schufen sie eine ergreifende Parabel über das Überleben der Menschheit aus dem Geiste des Glaubens an die Ideale des Humanismus. Fest verankert in der grausamen Wirklichkeit der gepanzerten Zeit reflektierten sie die Utopie eines geläuterten Menschentums.
Premiere: 27. September 2009
Weitere Vorstellungen: 2., 8., 11., 18. Oktober; 5., 13. Dezember 2009
DER ROSENKAVALIER
Dirigent Donald Runnicles | Regie Götz Friedrich
Mit u. a. Martina Serafin, Kristinn Sigmundsson, Alice Coote, Lucy Crowe
"Götz Friedrichs ROSENKAVALIER war bei der Premiere 1993 ein spätes Glanzlicht des Großregisseurs. Sie sprengte die Zuckerkruste, tauschte Rokoko gegen Art déco und tauchte die brüchige Heiterkeit Hofmannsthals in ein flirrendes Dunkel." [2005, Berliner Morgenpost]
28. Februar; 4., 7. März 2010
ARABELLA
Dirigent Ulf Schimer | Regie Alexander von Pfeil
Mit u. a. Adrianne Pieczonka, Julia Kleiter, Michael Volle, Martin Hombrich
"... die Idee ist großartig, indem nämlich die Erzählung sowohl zeitlich als auch örtlich versetzt wird, erhält sie einen nicht-dekorativen Sinn und vermag, die Charaktere als Personen zu zeichnen, sie auf eine Weise entstehen zu lassen, wie das im Brimbamborium eines realistisch nachgezeichneten Kakaniens gar nicht ginge." [2006, Opernnetz.de]
9., 12., 16. Juni 2010
Karten: 030-343 84 343
www.deutscheoperberlin.de
Bismarckstraße 35 | 10627 Berlin
DEUTSCHE OPER BERLIN